Es werde Licht

… oder wie Johann Wolfgang von Goethe es so treffend aussprach „Wo viel Licht ist, ist starker Schatten.

Als ich damals meine erste Vitrine aufstelle und sie mit Figuren bestückte kniff ich immer noch die Augen abends zusammen um meine Sammlung zu begutachten. Nun ja, da stand halt nun eine Vitrine in der Ecke mit reichlich Figuren, jedoch sah man ab einer gewissen Uhrzeit nichts mehr. Manchmal dauert es im wahrsten Sinne des Wortes eine Weile, bis einem persönlich ein Licht aufgeht, also dauerte es geschlagene 3 Vitrinen voll mit Figuren, bis ich mich entschloss Licht darin zu installieren. Aber solche ein Entschluss birgt natürlich reichlich Überlegungen, wie es nun einmal am besten aussehen könnte. Diese Überlegungen und die ein oder anderen Erfahrungen aus der Praxis + Tipps möchte ich mit Euch teilen:

 

  • Zunächst sollte man sich immer überlegen, was genau beleuchtet werden soll und was für einen Effekt man sich erhofft. Hinzu kommt, dass – wenn man denn mehrere Vitrinen hat – es immer gut aussieht, wenn die Beleuchtung überall gleichmäßig angebracht werden sollte. Es hat leider etwas von Kirmes in der Eifel, wenn man in der einen Vitrinen Leuchtstrahler mittig anbringt, in der anderen Vitrine Leisten hinten und dann aus geistiger Abwesenheit mal die Leisten dann vorne. Ich spreche hier aus wehleidiger Erfahrung. Es ergibt in den meisten Fällen nur ein klasse Gesamtbild, wenn alle Lichter einheitlich angebracht werden.
  • Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht, in einer Vitrine – ich spreche speziell von den Detolf Vitrinen – die passenden Lichtleisten vorne anzubringen. Damit werden die Figuren mit der richtigen Positionierung am effektivsten ausgeleuchtet. Positioniert man die Leisten mittig in der Vitrine wirft garantiert jedes Gesicht einer Figur einen fiesen Schatten. Bringt man die Beleuchtung an der Rückseite der Vitrine an, sieht man die Details nicht mehr, sondern nur die schattigen Umrisse. Das bietet sich natürlich bei einer Figur von Freddy Krüger an, jedoch nicht bei einer Leia.
  • Positioniert die Figuren richtig. Auch eine Figur, die bis zur Nasenspitze an der Glastür steht und darüber sich die Beleuchtung befindet, wirft komische Schatten im Gesicht. Wagt es ruhig etwas mehr Tiefe einzugehen und stellt die Figuren eher mittig in die Vitrine, wenn Ihr die Beleuchtung vorne anbringt.
  • Mit Licht kann man unglaublich gut spielen, wenn man die nötige Geduld mitbringt. Ich fand beispielsweise irgendwann die normale Beleuchtung langweilig und wollte etwas mehr Farbe einbringen. Hier rate ich dazu einfach die Umgebung der Figur aus einem Film usw. aufzuschnappen und die passende Farbe zu nutzen. Aber Vorsicht, manch einem ist das dann zu kitschig, mehre Farben für unterschiedliche Fächer in den Vitrinen zu verwenden. Ich empfehle Euch wohl kein einfaches buntes Transparentpapier zu nutzen, da das sehr sehr schnell ausleuchtet und der Effekt verpufft. Ich habe mir im Internet farbige Folie bestellt, die auch in Diskotheken bei den Scheinwerfern genutzt werden. Hier hat man definitiv länger was von.
    • Ein paar Beispiele:
      • Darth Maul Kampfszene auf Naboo. Mit der Richtigen Pose und dem geeigneten Hintergundbild fehlt nur noch eine rötliche Pose und der Efekt ist perfekt.
      • General Grievous auf seinem Schlachtschiff hat grüne Amaturen, also verwende ich grüne Farbe um das Hintergrundbild mit der Figur und der Situation in Einklang zu bringen.
      • Imperator Palpatine hat bei mir ein eher blaues bis lilanes Licht um die Stimmung im Thronsaal einzufangen. Zusätzlich habe die die Beleuchtung stellenweise mit dunklem Karton abgeklebt, damit die düstere Stimmung rüberkommt.

(hierzu findet Ihr reichlich Bilder in meiner Galerie)

  • Beim Beleuchten ist mir persönlich sehr wichtig, dass das Licht dahin gestrahlt wird, wo es hingehört. Als ich meine erste Lichtinstallation angebracht habe hatte ich die ersten Tage keine Freunde damit, da mir das Licht immer nur im wahrsten Sinne des Wortes in die Fresse gestrahlt hat. Ich habe mir aus Bastelkarton kleine schmale Streifen aus Bastelkarton geschnitten und sie an der Front bündig mit doppelseitigem Klebeband angebracht. Somit scheint das Licht lediglich auf die Figuren und nicht außerhalb der Vitrine.

  • Ich möchte nur jedem Sammler empfehlen Beleuchtung mit Stromversorgung zu kaufen und auf Batteriebetrieb zu verzichten. Man wechselt sich sonst mit Batterien dumm und dämlich. Auch bietet es sich an alle einzelnen Beleuchtungsmodule an eine große Steckdose anzuschließen, damit man mit einem einschalten direkt alle Vitrinen beleuchtet bekommt.
  • Zum Thema Verkabelung: Ich hasse Kabel! Meine Fresse, eh man die mal sauber durch die Vitrine geführt bekommt, damit es gut aussieht, sie hinter der Vitrine verlegt sind und dann noch alles an eine Steckdose passt dauert es etwas. Mir haben hier beruhigender Tee und ausgleichende Waldspaziergänge geholfen, das aber nur am Rande. Bei der Verkabelung habe ich mehre Sachen ausprobiert. Bei mir verlaufen die Kabel vorne in der Vitrine an der Stange lang. Ich habe die Kabel inklusive Stange einfach mit grauem Tesafilm umwickelt und gut ist. Auch eine nette Variante ist, die Kabel samt Stange mit einem Aluminium U-Profil aus dem Baumarkt zu ummanteln. Es gibt auch Menschen, die die Kabel irgendwie nach hinten rausführen (also in der Vitrine hö hö) und dafür ein zusätzliches Loch im Vitrinen-Boden bauen. Was definitiv Mist ist, ist die Kabel einfach in der Vitrine rumschlabbern zu lassen, ohne jegliche Befestigung.

Ich persönlich kann nur jedem da draußen empfehlen seine Sammlung mit der geeigneten Beleuchtung aufzupeppen. Ob nun bunt oder einheitlich, verdunkelt oder schrill, es pennt Eure Sammlung enorm auf.

Fühlt Euch erhellt und von Herzen Gegrüßt

Euer Tino

Untergrundgestaltung in der Vitrine

„Auf dürrem Boden geht auch die beste Saat nicht auf.“ (Uli Löchner)

Der ein oder Andere von Euch kennt sicher das Zitat von Uli Löchner „Auf dürrem Boden geht auch die beste Saat nicht auf.“, welches bei der Präsentation von Figuren ganz gut angewendet werden kann.  In meinen vergangenen Kolumnen habe ich bereits Themen wie die Hintergrundgestaltung oder das Posing erläutert, jedoch sind das natürlich nur Teile eines Komplettbildes, damit alles optisch passt. Was nützt es einem auch, wenn man ewig an einer Figur rumgebogen hat, damit sie super steht, oder ein klasse Hintergrund gefunden hat, dann steht die Figur aber seelenruhig auf einer Glas- oder Holzplatte in der Vitrine und der anfänglich so gut gemeinte Schein zerpufft. Ich muss vorwegschicken, dass ich bisher recht viele Sachen zum Thema Boden oder Untergrundgestaltung ausprobiert habe, ich beschränke mich hier aber auf die Gestaltung der Bodenplatte für die Detolf Vitrine von Ikea und versuche ein paar Tipps zu geben.

In den meisten Fächern meiner Vitrinen habe ich mir kleine passgenaue Wannen gebaut, in denen ich den Untergrund gestalte. Sicherlich kann man für beispielsweise sandigen Untergrund div. Platten nutzen und sie mit Farbe anmalen. Meine Erfahrung ist, Sand kommt immer noch am besten wie Sand rüber. Das gilt für jeglichen weichen Untergrund.

Wie baut man die Wanne:

Zunächst misst man die eingelegten Glasplatten genau in der Vitrine aus. Ich persönlich nehme immer ca. 0,5 cm an den Rändern weg, damit man später die fertig gestaltete Wanne auch noch sicher in die Vitrine bekommt. In den Bastelabteilungen (ich bediene mich hier Obi) gibt es durchsichtige Plastikfolien, die recht dick verarbeitet sind, aber dennoch leicht biegbar daherkommen.  Hier schneidet man sich die vorher ausgemessene Glasplatte aus, sowie 4 ca. 1 bis 2 cm hohe, der Länge der Hauptplatte passende, Streifen. Diese Streifen klebt man dann jeweils an die Seiten der Hauptplatte fest. Ich nutze hierfür normales Tesafilm und achte darauf, dass es auch recht dicht verklebt ist. Das Konstrukt sieht dann folgendermaßen aus:

Und jetzt kann es losgehen. Wollt Ihr beispielsweise wie oben angesprochen sandigen Boden, kauft beispielsweise Vogelsand (der ist ganz weich und die Figuren lassen sich hier besser draufstellen, als grobkörniger Baustellensand) und streut ihn in die Wanne. Das Gleiche gilt bei erdigem Boden. Ich persönlich greife hier auch mal gerne ganz plump in den Blumenkasten und nutze einfache Erde. Grundsätzlich kann ich immer empfehlen, dass man einfach mal kreativ sein muss, aber sehr oft wenig Mehr ist. In meinen Augen muss der Untergrund zwar gut und realistisch gemacht sein, jedoch sollen die Figuren im Forderung und im Fokus stehen und nicht der Boden oder der Hintergrund. Das sind nur unterstützende Elemente. Hier ein paar kleine Anregungen:

Wenn Ihr festen Untergrund plant (Gestein oder so), kann ich immer die Google Bildersuche empfehlen, oder Dekoläden, in denen es z.B. Granitplatten gibt. Sucht Euch einfach den richtigen Untergrund bei Google aus, druckt ihn auf A4 2x aus und klebt ihn passgenau auf die Glasplatte in der Vitrine. Vorne die Kannte würde ich persönlich immer einmal um die Platte klappen und darunter festkleben, damit es einen sauberen Abschluss gibt. Granitplatten eignen sich auch perfekt und lassen sich – mit ein wenig roher Gewalt – super in die Vitrine einpassen.

Siehe hier:

Frohes Basteln!

Euer Tino!